Hotel Atlantic Riccione

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Der Viale Ceccarini wird demnächst 100, aber, wie es in derartigen Fällen immer heißt, ansehen tut man es ihm nicht.

Der Viale Ceccarini ist in vielerlei Hinsicht der Inbegriff Ricciones schlechthin, denn er ist schon seit seiner Entstehung das Abbild der – touristischen – Stadtgeschichte.

Bevor der Viale Ceccarini Berühmtheit erlangte und sich Boutiquen und In-Lokale an ihm niederließen, hieß er noch nicht einmal so: Er war nicht viel mehr als ein Sträßchen, das Riccione (das damals in ein paar Kilometern Entfernung vom Strand an der alten Via Flaminia lag) mit dem Meer verband.

Einen richtigen Namen erhielt er erst am 11. Oktober 1912, als die Gemeinde Rimini, zu der Riccione damals noch als eigenständiger Ortsteil gehörte, seine Benennung nach Maria Borman Ceccarini, einer Wohltäterin des Städtchens, genehmigte.

Signora Borman, Amerikanerin und Witwe des Arztes Ceccarini aus Riccione, sind der Bau des gleichnamigen Krankenhauses und eine lange Reihe sozialer Maßnahmen zu verdanken, die zur wirtschaftlichen und urbanistischen Entwicklung der Stadt entscheidend beitrugen.

1925 wurde der Viale verbreitert, erhielt ein Steinpflaster und bequeme Gehsteige, um sowohl den immer zahlreicheren Automobilen als auch den immer zahlreicheren Touristen, die damals die Straße sommers über zu beleben begannen, ein unbeschwerliches Fortkommen zu garantieren.

Im darauf folgenden Jahr wurden die ersten 110 Pinien gepflanzt, die seither den Viale säumen und die zusammen mit dem üppigen Pinienwald für die Bezeichnung von Riccione als „Grüne Perle” sorgten. Die Geschichte Ricciones ist eng mit Mussolini verbunden, der sich hier seine Sommerresidenz erkor und die nächsten 10 Jahre seine Ferien mit Bädern im Meer und in der Menge verbrachte, einige davon auch während seiner berühmten Spaziergänge über den Viale Ceccarini.

Der Zweite Weltkrieg ging auch an diesem Symbol von Riccione nicht spurlos vorüber, das sich aber rasch wieder erholte, rechtzeitig genug, um schon in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg die nächsten Touristenwellen aufzunehmen.

Während Riccione in der ersten Hälfte des 20. Jh. vor allem der Strand für die reichsten Familien der Emilia war, wurden Riccione und der Viale Ceccarini ab den 60-ern schnell zum unwiderstehlichen Magneten für ganz Italien: Das „Montenapoleone” der Adria war über lange Jahre ein wahrer Kultort.

„Viale Ceccarini, Riccione...”, das war auch einer der Erfolge des Sängers Dino Sarti aus Bologna, der 1974 dem Boulevard in Riccione ein Lied widmete, das selbst heute noch die Atmosphäre einer Epoche des Strandurlaubs sehr lebendig zum Ausdruck bringt.

Zu Beginn der 80-er Jahre wurde der Viale Ceccarini für den Verkehr gesperrt und einem kompletten architektonischen Re-Styling mit moderner, raffiniert-gekonnter urbanistischer Gestaltung unterzogen.

Zu den vielen Schaufenstern kamen allmählich die Boutiquen der absolut oder vorübergehend berühmtesten Modemarken, so dass der Viale Ceccarini wirklich alle Moden und Trends lebte: In der Mitte der 80-er eröffnete hier eines der ersten Swatch Stores, als die beliebte Schweizer Uhr ihren Siegeszug begann.

Viale Ceccarini endet auf dem großen Piazzale Roma vor dem Meer, beherrscht von dem Brunnen „Il Bosco della Pioggia” (Regenwald) nach einem Entwurf von Tonino Guerra und der großen überdachten Bühne, die über viele Jahre hinweg Events und Konzerte aufnahm.

Heute, nach dem Abriss der Bühne, zeichnet sich ein neues Projekt ab, um den Spaziergang über den Viale am Meer entlang zu verlängern, mit Hilfe eines modernen Stegs, der über den Strand bis ins Meer hinaus gehen soll.

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